Neue Trasse für Umfahrung

Gelegentlich kann uns auch das Land noch überraschen. Nach langem Schweigen wurde bei einer Präsentation im Landesdienstleistungszentrum GemeindevertreterInnen und AnrainerInnen eine teilweise neue Variante für die Umfahrung Zwettl präsentiert.

Statt eines Kreisverkehrs bei der Genger Kreuzung soll jetzt bei einer T-Kreuzung bereits rund 150 Meter Richtung Aigner-Kurve die neue Straße Richtung Osten den Hang hinauf führen. Sie würde dann oberhalb der Bachnersiedlung nicht mehr auf der Wiese, sondern etwas höher durch den Wald führen. Die Querung des Eisbachtales wäre nahe des Hochbehälters vorgesehen. Dann zieht die Trasse, so wie bisher, zwischen den Siedlungen Quellweg und Hamberger zum Bauernhof Ranner und von dort den Hang entlang absinkend zur Rodl hinter dem Gelände der Firma Pichler. Die „Eingriffserheblichkeit“ bei der Rodl im Einbindungsbereich an die bestehende B 126 wird zwar hinsichtlich Natur- und Hochwasserschutz von den bearbeitenden Fachleuten des Landes als sehr hoch eingeschätzt, aber so etwas stört wackere StraßenplanerInnen nicht wirklich.

Für die Sonnbergstraße ist keine Einbindung mehr vorgesehen. Eine Brücke würde über die mindestend 7 Meter tief eingesenkte Bundesstraße führen. Da mit dieser Variante weder, wie ursprünglich geplant, die Sonnbergstraße noch die Genger Straße in die neue Bundesstraße eingebunden wäre, wird die vom Land angenommene Verkehrsverlagerung von maximal(!) 45 Prozent noch unrealistischer.

Wenigstens die Schnapsidee, über das Rodltal auch noch eine Umfahrung Richtung Oberneukirchen zu bauen, wurde fallengelassen.

Die neue Variante bringt neue betroffene AnrainerInnen und kostet mehr. Sie zerstreut keines unserer Bedenken hinsichtlich der Entwicklungsmöglichkeiten und des Ortsbildes von Zwettl. In Zeiten von Klimawandel und Flächenversiegelung sollte dieses Straßenbauprojekt kein Thema mehr sein. Doch unser Vorschlag, alternative Verkehrslösungen an der bestehenden Bundestraße zu untersuchen, ist für die Landespolitik bis heute kein Thema. Eines stellte sich bei der Präsentation des Landes wieder klar heraus: Es geht dem Land nicht vorrangig um Zwettl und die Menschen die hier leben, sondern um Wirtschaftsinteressen.

Wie geht es weiter?

Zusammen mit den anderen GemeindevertreterInnen können wir zwar nun eine fachliche Stellungnahme zur vorgestellten Variante einbringen – aber eigentlich haben sich die zuständigen Landespolitiker von ÖVP und FPÖ schon entschieden. Noch in diesem Jahr soll die vorgestellte Variante verordnet werden. Damit sind die Flächen für viele Jahre blockiert, denn mit einem Baubeginn rechnen die zuständigen Beamten nicht mehr in dieser Legislaturperiode (bis 2021).

Aktuelle Unterlagen des Landes zur Umfahrung

http://www.zwettl-rodl.at/UMFAHRUNG_-_Praesentation_Korridoruntersuchung

Eine Straße soll gebaut werden, die ...

  • zwei aktive Landwirtschaft gefährdet
  • nicht einmal die Hälfte Verkehrs aus dem Ort bringt
  • keine Zeitersparnis für AutofahrerInnen bringt (Aussage Land OÖ)
  • wertvolle Flächen am Ortsrand zerstört
  • noch mehr Verkehr erzeugt